Wallpaper Engine gibt es nicht für Mac oder Linux: Was Gloomia als Alternative wirklich bietet
Wer unter macOS oder Linux nach einem lebendigen, animierten Desktop-Hintergrund sucht, landet in der Suche fast zwangsläufig zuerst bei Wallpaper Engine, und stößt dort ziemlich schnell auf dieselbe Enttäuschung. Die App zählt seit Jahren zu den meistgespielten (oder eigentlich: am meisten laufenden) Programmen auf Steam, sie stammt sogar aus Berlin, entwickelt von Kristjan Skutta, und kostet mit rund 4,99 Euro fast nichts. Nur läuft sie eben ausschließlich unter Windows. Wer einen Mac oder eine Linux-Distribution nutzt, bekommt beim Versuch, Wallpaper Engine zu installieren, schlicht gar nichts.
Dieser Beitrag ordnet ein, warum das so ist, was das für Gloomia-Nutzer bedeutet, die genau diese Lücke eigentlich schließen wollen, und wo die beiden Apps sich tatsächlich unterscheiden, nicht nur beim unterstützten Betriebssystem, sondern auch bei Preis, Inhalten und Bedienung. Ehrlich gesagt: keine der beiden Apps gewinnt in jeder einzelnen Kategorie, und das lohnt sich, genauer anzuschauen, statt es pauschal zu behaupten.
Was Wallpaper Engine ist, und wo die Plattform-Lücke herkommt
Wallpaper Engine erlaubt es, animierte, interaktive oder video-basierte Szenen als Desktop-Hintergrund laufen zu lassen, dazu kommt ein riesiger Steam Workshop mit nutzergenerierten Inhalten, von Anime-Motiven über Musik-Visualizer bis zu ganzen kleinen 3D-Szenen. Genau dieser Community-Umfang ist einer der Hauptgründe für die große Beliebtheit der App. Sie kostet einmalig etwa 4,99 Euro auf Steam, danach ist der komplette Workshop kostenlos zugänglich, auch wenn ein aktiver Steam-Client für das Herunterladen und Aktualisieren von Workshop-Inhalten nötig ist. Für den reinen Wallpaper-Betrieb im Hintergrund muss Steam selbst dabei nicht geöffnet bleiben.
Der Haken für alle, die keinen Windows-Rechner nutzen: Eine offizielle macOS- oder Linux-Version gibt es bis heute nicht, dazu gibt es keine öffentlich angekündigten Pläne. Nach eigenen Angaben des Entwicklers liegt das an der technischen Grundlage der App. Anders als viele Programme, die auf einer verbreiteten Basis wie Unity oder Unreal aufsetzen, für die eine weitere Plattform oft ein überschaubarer Zusatzaufwand ist, nutzt Wallpaper Engine eine vollständig selbst geschriebene Engine. Eine echte Portierung auf ein anderes Betriebssystem wäre damit kein Nebenprojekt, sondern im Grunde eine zweite, eigenständige Entwicklungsarbeit. Deshalb bleibt es bei Windows und der separaten mobilen Android-App, und wer auf einem Mac oder unter Linux sitzt, schaut in die Röhre, ganz unabhängig davon, wie gut die eigene Grafikkarte ist.
Dieselbe App auf drei Betriebssystemen: Was Gloomia stattdessen macht
Gloomia löst genau diese Lücke, indem es von Anfang an als plattformübergreifende App gebaut wurde, mit echten, signierten Installationsprogrammen für Windows, macOS und Linux statt einer Windows-Version mit nachträglich angeflanschten Notlösungen für die anderen Systeme. Wie sich die Installation unter macOS konkret unterscheidet, von Gatekeeper bis zum universellen Installationspaket für Apple Silicon und Intel, ist im Beitrag Gloomia auf dem Mac im Detail beschrieben. Unter Linux gibt es sowohl ein natives .deb-Paket für Debian- und Ubuntu-basierte Systeme als auch ein portables AppImage für alle anderen Distributionen, die genauen Schritte und ein ehrlicher Vergleich zur ausgereifteren Windows-Version stehen im Guide zur Linux-Installation. Der entscheidende Unterschied zu Wallpaper Engine ist also nicht in erster Linie die Optik der Hintergründe, sondern schlicht, dass es Gloomia auf allen drei großen Desktop-Betriebssystemen überhaupt gibt.
Das bedeutet nicht, dass beide Apps in jeder Hinsicht dasselbe Ziel verfolgen. Wallpaper Engine ist im Kern eine offene Plattform für nutzergenerierte Inhalte, jede Person kann eigene Szenen bauen und im Workshop hochladen, wodurch die schiere Menge an verfügbaren Motiven kaum zu überblicken ist. Gloomia setzt stattdessen auf einen kuratierten, festen Katalog von aktuell gut zwei Dutzend Hintergründen, die alle direkt vom Gloomia-Team stammen und gezielt für Performance auf allen drei Plattformen abgestimmt sind. Wer möglichst viel Auswahl und eine riesige Community-Bibliothek sucht, findet unter Windows in Wallpaper Engine schlicht mehr Masse. Wer dagegen einen Mac oder Linux-Rechner nutzt, hat bei dieser Frage ohnehin keine echte Wahl zwischen den beiden Apps, sondern nur die Wahl zwischen Gloomia und den übrigen, kleineren Alternativen für diese Plattformen.
Was im Gloomia-Katalog steckt, das ein reiner Community-Workshop nicht bietet
Eine Sache, die im direkten Vergleich oft untergeht: Ein großer Teil des Wallpaper-Engine- Katalogs besteht aus künstlerisch gestalteten, aber letztlich statischen oder locker animierten Szenen, egal wie hübsch sie im Einzelfall sind. Gloomia hat mit Constellations, Orrery und Asteroid Watch drei Hintergründe im Katalog, die tatsächlich echte, live berechnete astronomische Daten verwenden, teils direkt aus NASA- und JPL-Quellen. Orrery zum Beispiel zeigt die realen aktuellen Positionen der Planeten im Sonnensystem inklusive Mondphase, nicht eine hübsch animierte, aber frei erfundene Umlaufbahn. Wie diese drei Hintergründe im Detail funktionieren und welche Berechtigungen dafür nötig sind, steht ausführlich im Beitrag zu echten Astronomie-Daten auf dem Desktop. Ein derart datengetriebener Hintergrund lässt sich in einem offenen Community-Workshop kaum zuverlässig replizieren, weil er eine dauerhaft gepflegte Datenanbindung braucht statt einer einmal hochgeladenen Szene.
Eigene Inhalte einbringen: Steam Workshop gegen eigene 3D-Modelle
Bei einem Punkt ist Wallpaper Engine Gloomia klar voraus, und das lässt sich nicht schönreden: Wallpaper Engine bietet einen vollständigen Szenen-Editor mit Partikelsystemen und einer eigenen Skriptsprache, mit dem sich komplett neue, interaktive Hintergründe von Grund auf bauen lassen, dazu den riesigen Workshop, in dem andere Nutzerinnen und Nutzer genau solche Kreationen kostenlos teilen. So eine offene Editor- und Marktplatz-Struktur hat Gloomia nicht, und das ist keine versteckte Einschränkung, sondern schlicht ein anderer Ansatz.
Was Gloomia stattdessen bietet, ist der Model Viewer: Statt ein fertiges Motiv aus einem Katalog oder Workshop zu laden, lässt sich hier ein eigenes .glb- oder .gltf-3D-Modell direkt von der eigenen Festplatte einbinden, das dann automatisch auf einem Drehteller im Hintergrund läuft. Das ist deutlich eingeschränkter als ein vollständiger Szenen-Editor mit Skriptunterstützung, aber es deckt genau den Fall ab, den viele Leute eigentlich suchen: ein einzelnes, selbst gewähltes 3D-Objekt auf dem Desktop, ohne dass man dafür programmieren oder einen fremden Workshop-Upload durchsuchen muss. Woher sich passende .glb- und .gltf-Dateien besorgen lassen und wie die Einrichtung in der Praxis abläuft, steht im Beitrag Eigenes 3D-Modell als Live-Hintergrund.
Preise im direkten Vergleich, ohne Schönrederei
Wallpaper Engine kostet einmalig rund 4,99 Euro und schaltet damit dauerhaft die App plus den kompletten, kostenlosen Steam Workshop frei, ohne Abo, ohne wiederkehrende Kosten. Das ist ein fairer, einfacher Deal, gerade weil der Workshop-Umfang mit der Zeit nur wächst, ohne dass dafür erneut bezahlt werden muss. Gloomia ist dauerhaft kostenlos mit drei Hintergründen nutzbar, Starfield, Planet System und Hue Drift, für den vollen Katalog von gut zwei Dutzend Motiven gibt es zwei Optionen: 2,99 Dollar pro Jahr, oder einmalig 9,99 Dollar auf Lebenszeit (reduziert von 14,99 Dollar). Rein rechnerisch ist Wallpaper Engine bei einer einmaligen Zahlung günstiger als die Gloomia-Lifetime-Lizenz, dafür eben nur unter Windows nutzbar. Wer Gloomia über mehrere Jahre mit der Jahreslizenz zahlt, liegt nach etwas mehr als drei Jahren ungefähr beim Preis der Lifetime-Option, weshalb sich für die meisten Personen eher die einmalige Lifetime-Zahlung lohnt. Alle Details rund um Kauf, Lizenzschlüssel und Aktivierung auf bis zu drei Geräten gleichzeitig stehen im Guide zum Gloomia-Pro-Lizenzschlüssel, inklusive der 30-Tage-Geld-zurück-Garantie, die für beide Zahlungsmodelle gleichermaßen gilt.
Für wen sich welche App tatsächlich lohnt
Wer unter Windows sitzt, sich an einem riesigen, teils sehr speziellen Community-Katalog erfreut und Lust hat, im Zweifel selbst mit einem Szenen-Editor zu experimentieren, ist mit Wallpaper Engine für einen einmaligen, kleinen Betrag gut bedient, daran ändert Gloomia nichts. Sobald aber ein Mac oder eine Linux-Distribution im Spiel ist, oder wenn ohnehin ein aufgeräumter, kuratierter Katalog ohne Workshop-Wühlen bevorzugt wird, bleibt Wallpaper Engine schlicht keine Option, egal wie günstig die App unter Windows wäre. In genau dieser Lücke setzt Gloomia an: dieselbe App, derselbe Katalog, dieselbe Bedienung, unabhängig davon, welches der drei großen Desktop-Betriebssysteme gerade läuft. Wer regelmäßig zwischen einem Windows-Rechner im Büro und einem Mac oder Linux-Gerät zu Hause wechselt, muss sich mit Gloomia außerdem keine zwei komplett unterschiedlichen Apps merken, sondern findet auf jedem Gerät dieselbe Oberfläche und denselben Katalog wieder.
Am Ende ist der Vergleich weniger ein Duell mit einem klaren Sieger als eine Frage danach, was tatsächlich gebraucht wird: maximale Community-Auswahl unter Windows, oder eine einzige, verlässliche App, die auf jedem Rechner im Haushalt genauso aussieht und funktioniert. Für die zweite Gruppe, und das dürfte inzwischen ein beachtlicher Teil der Leute sein, die überhaupt noch einen Mac oder Linux-Rechner neben ihrem Windows-PC betreiben, ist Gloomia schlicht die einzige realistische Option von beiden.
Häufig gestellte Fragen
Gibt es Wallpaper Engine offiziell für Mac oder Linux?
Nein. Wallpaper Engine läuft offiziell nur unter Windows, dazu gibt es eine separate Android-App für Smartphones. Eine native macOS- oder Linux-Version bietet der Entwickler nicht an, und es gibt auch keine offiziell angekündigten Pläne dafür.
Was kostet Wallpaper Engine im Vergleich zu Gloomia?
Wallpaper Engine kostet einmalig rund 4,99 Euro auf Steam und schaltet damit dauerhaft die App plus Zugriff auf den Steam Workshop frei. Gloomia ist mit drei Hintergründen dauerhaft kostenlos nutzbar, Pro für den vollen Katalog kostet entweder 2,99 Dollar pro Jahr oder einmalig 9,99 Dollar auf Lebenszeit (statt 14,99 Dollar). Wer die App nur ein einziges Jahr nutzen will, ist mit Wallpaper Engine günstiger unterwegs, bei dauerhafter Nutzung über mehrere Jahre kehrt sich das eher zugunsten der Gloomia-Lifetime-Lizenz um.
Kann ich Wallpaper-Engine-Hintergründe aus dem Steam Workshop in Gloomia laden?
Nein. Wallpaper-Engine-Projekte liegen in einem eigenen, proprietären Format vor, das auf der hauseigenen Engine des Entwicklers basiert, und lassen sich nicht in Gloomia importieren. Die einzige Ausnahme ist der Model Viewer von Gloomia, der eigene .glb- oder .gltf-3D-Modelle laden kann, das ist aber ein eigenes Gloomia-Feature und keine Kompatibilität mit Wallpaper-Engine-Dateien.
Wer entwickelt Wallpaper Engine, und woher stammt die App?
Wallpaper Engine wurde von Kristjan Skutta entwickelt, dessen Studio in Berlin sitzt. Die App ging im Oktober 2016 in den Early Access auf Steam und verließ diesen im November 2018 offiziell. Damit ist Wallpaper Engine tatsächlich ein deutsches Produkt, auch wenn die fehlende Mac- und Linux-Version international genauso auffällt wie in Deutschland.
Warum bringt Wallpaper Engine keine Mac- oder Linux-Version heraus?
Nach Angaben des Entwicklers liegt das am Aufbau der App selbst: Wallpaper Engine basiert auf einer komplett selbst geschriebenen Engine statt auf einer verbreiteten Basis wie Unity oder Unreal, für die andere Entwickler Portierungen auf weitere Plattformen mit vergleichsweise wenig Zusatzaufwand umsetzen können. Eine vollständige Portierung auf macOS oder Linux wäre laut dieser Einschätzung ein enormer eigenständiger Entwicklungsaufwand, kein einfacher Nebeneffekt.
Braucht Gloomia wie Wallpaper Engine eine dauerhaft laufende Steam-Verbindung?
Nein. Gloomia ist eine eigenständige App ohne Steam-Anbindung und ohne Nutzerkonto. Nach dem Kauf wird ein Lizenzschlüssel per E-Mail zugestellt, den man einmal in den Einstellungen unter Lizenz einträgt. Bei Wallpaper Engine läuft die Kernfunktion zwar ebenfalls ohne offenes Steam-Fenster im Hintergrund, für das Herunterladen neuer Workshop-Inhalte und für Updates wird der Steam-Client aber vorausgesetzt.
Erwecke deinen Desktop zum Leben
Drei Hintergründe für immer kostenlos. Windows, macOS & Linux.
Gloomia holen