Mehr als der Katalog: Gloomias Zeitplan, Filter und Foto-Diashow-Modus
Wer über Gloomia schreibt oder liest, landet fast immer beim Katalog: welcher der über zwanzig Hintergründe am ruhigsten für die Arbeit ist, welcher auf Musik reagiert, welcher echte Daten von der NASA verwendet. Das ist auch der Teil, den die meisten Leute zuerst sehen, wenn sie Gloomia öffnen, und entsprechend viel wird darüber geschrieben. Unterhalb dieses Katalogs liegen aber drei Funktionen, die selten zur Sprache kommen, obwohl sie den Alltag mit einem Live-Hintergrund spürbar verändern: ein Zeitplan, der festlegt, welcher Hintergrund zu welcher Uhrzeit läuft, Filter, die sich über jede bereits laufende Szene legen lassen, und ein Foto-Wallpaper-Modus, der überhaupt keinen der gestalteten Hintergründe zeigt, sondern eigene Fotos in eine ruhige Diashow verwandelt.
Alle drei sind unabhängig vom einzelnen Hintergrund, sie liegen neben dem Katalog, nicht darin, was vermutlich genau der Grund ist, warum sie beim ersten Öffnen der App so leicht übersehen werden. Wer direkt zur Hintergrundauswahl springt, kommt an Zeitplan, Filtern und Foto-Wallpaper-Modus schlicht vorbei. Dieser Beitrag geht durch, was jede der drei Funktionen tatsächlich tut, und erklärt dabei zwei Begriffe genauer, die dabei auftauchen: den Ken-Burns-Effekt und DLNA.
Der Zeitplan: ein Hintergrund für den Vormittag, ein anderer für den Abend
Der Zeitplan lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Er legt fest, welcher Hintergrund zu welcher Tageszeit läuft, sodass der Desktop nicht vom Login bis zum Herunterfahren an einer einzigen Szene festhängt. Statt sich für einen Hintergrund zu entscheiden und ihn rund um die Uhr laufen zu lassen, übernimmt der Zeitplan diesen Wechsel automatisch im Verlauf des Tages.
Das trifft vor allem den Fall, den vermutlich jeder kennt, der schon länger mit einem Live-Hintergrund arbeitet: Was um neun Uhr morgens passt, ruhig und unauffällig, während man sich konzentrieren will, ist nicht zwangsläufig das, was um elf Uhr abends laufen soll, wenn der Desktop nicht mehr aus dem Weg gehen, sondern einfach gut aussehen soll. Statt diesen Wechsel jedes Mal von Hand vorzunehmen, übernimmt genau das der Zeitplan.
Wer bereits im Beitrag zu Live-Hintergründen im Home Office gelesen hat, welche Szenen tagsüber am wenigsten ablenken, findet im Zeitplan die Funktion, die aus dieser einen festen Wahl etwas macht, das sich im Tagesverlauf von selbst verändert. Ein ruhiger Hintergrund während der Arbeitszeit und eine dramatischere Szene am Abend müssen so nicht länger eine Entscheidung sein, zwischen der man sich festlegen muss, sondern können auf demselben Desktop zu unterschiedlichen Uhrzeiten beide gelten.
Filter: die Optik ändern, ohne den Hintergrund zu wechseln
Filter sind eine eigene Funktion, getrennt vom Zeitplan und getrennt von den Hintergründen selbst. Während der Zeitplan entscheidet, welcher Hintergrund gerade läuft, verändern Filter, wie dieser Hintergrund aussieht, sobald er läuft, und sie lassen sich über praktisch jeden Hintergrund im Katalog legen, ohne an eine bestimmte Szene gebunden zu sein.
In der Praxis bedeutet das: Ein Filter ist kein neuer Hintergrund, sondern eine Behandlung, die sich über einen bereits vorhandenen legt. Dieser Unterschied lohnt sich, genau zu benennen, weil er bedeutet, dass dieselbe Animation, dasselbe Verhalten, spürbar anders wirken kann, je nachdem ob ein Filter darüberliegt, ohne dass Gloomia dafür eine zweite Version dieses Hintergrunds bauen müsste. Es ist dieselbe Beziehung, die ein Fotofilter zum Foto darunter hat: Das Bild hat sich nicht verändert, nur wie es wirkt.
Weil Filter über jedem beliebigen Hintergrund liegen, statt ihn zu ersetzen, passen sie natürlich gut zum Zeitplan. Eine Rotation, die im Tagesverlauf zwischen zwei oder drei verschiedenen Szenen wechselt, muss dabei keinen einheitlichen Look aufgeben, denn ein einmal gewählter Filter bleibt über jede dieser Szenen hinweg bestehen, statt bei jedem Wechsel des Zeitplans neu gesetzt werden zu müssen.
Foto-Wallpaper-Modus: eigene Fotos statt einer festen Szene
Der Foto-Wallpaper-Modus unterscheidet sich am stärksten von den anderen beiden, weil er als Einziger den Hintergrund-Katalog vollständig verlässt. Statt eine der über zwanzig gestalteten Szenen zu zeigen, verwandelt er eigene Fotos in eine ruhige Diashow im Ken-Burns-Stil, und dafür stehen zwei bestätigte Quellen bereit: Synology Photos und DLNA.
Damit gehört der Foto-Wallpaper-Modus in dieselbe Kategorie wie der Model Viewer, in einem wichtigen Punkt: Bei beiden stammt der eigentliche Inhalt nicht von Gloomia, sondern wird mitgebracht. Der Model-Viewer- Hintergrund lädt eine .glb- oder .gltf-Datei, auf die man selbst verweist, der Foto-Wallpaper-Modus lädt stattdessen eigene Fotos. Keiner von beiden hat eine feste visuelle Identität wie etwa Starfield oder Command Center, weil der eigentliche Inhalt von der jeweiligen Person stammt, nicht im Voraus von Gloomia gestaltet wurde.
Was der Ken-Burns-Effekt eigentlich ist
"Diashow im Ken-Burns-Stil" ist ein konkreter Begriff, bei dem sich lohnt, kurz zu klären, woher er kommt. Der Ken-Burns-Effekt ist eine langsame Schwenk- und Zoom-Technik zur Animation stehender Fotos, benannt nach dem Dokumentarfilmer Ken Burns, der in seiner 1990 erschienenen Dokumentarserie The Civil War archivierte Fotografien mit sanften Zooms und Schwenks bewegte, um statischen Bildern einen Eindruck von Bewegung zu geben und den Blick auf bestimmte Details im Bild zu lenken. Die Technik verbreitete sich danach weit über die Dokumentarfilmwelt hinaus, Apple baute sie direkt in Consumer-Software wie iPhoto und iMovie ein, und sie ist inzwischen die Standardmethode geworden, mit der unzählige Diashow- und Videoprogramme stehende Fotos bewegen, statt einfach hart zwischen ihnen zu schneiden.
Auf einen Desktop-Hintergrund übertragen, gilt dieselbe Idee: Statt dass ein Foto auf dem Bildschirm erscheint und völlig unbewegt stehen bleibt, bis das nächste es ersetzt, zoomt und schwenkt das Bild langsam und geht dann sanft in das nächste Foto über. Das fühlt sich spürbar anders an als eine einfache Diashow, die nur ein stehendes Bild gegen das nächste austauscht, und genau diese Behandlung wendet der Foto-Wallpaper-Modus auf die Bilder an, aus denen er schöpft.
Woher die Fotos tatsächlich kommen: Synology Photos und DLNA
Der Foto-Wallpaper-Modus braucht eine Quelle, aus der er Bilder lädt, und die beiden bestätigten Quellen sind Synology Photos und DLNA. Beide lösen ein ähnliches Problem auf unterschiedliche Weise, und der Unterschied ist wichtig, wenn man entscheiden will, welche der beiden zur eigenen Fotosammlung passt.
Synology Photos ist die Fotoverwaltung, die fest in Synologys eigene NAS-Geräte eingebaut ist, und erlaubt es, eine Sammlung, die bereits auf einem solchen NAS liegt, direkt von dort aus zu durchsuchen, zu organisieren und freizugeben. Wer seine Fotos bereits auf einem Synology-NAS verwaltet, greift damit direkt auf die vorhandene Sammlung zu, ohne etwas verschieben zu müssen.
DLNA, kurz für Digital Living Network Alliance, verfolgt einen breiteren, älteren Ansatz: ein herstellerübergreifender Standard, ursprünglich von Sony und Intel entwickelt, mit dem Geräte im selben Heimnetzwerk sich gegenseitig finden und Medien wie Fotos, Musik und Video austauschen, ohne dass alles von einer einzigen Marke kommen müsste. Ein DLNA-fähiges NAS, ein Medienserver oder sogar bestimmte Router und PCs können unter diesem Standard als Quelle dienen, was DLNA deutlich breiter aufstellt als eine einzelne Hersteller-App: Es deckt jeden DLNA-fähigen Server ab, der im eigenen Netzwerk bereits läuft, Synology oder auch nicht.
Zusammengenommen ergibt das für den Foto-Wallpaper-Modus zwei realistische Wege in eine bestehende Fotosammlung, statt nur eines einzigen, engen: eine eigene App, wenn man sich bereits im Synology-Ökosystem bewegt, und einen deutlich breiteren Standard, wenn im eigenen Netzwerk etwas anderes DLNA spricht.
Wie die drei Funktionen zum Rest von Gloomia passen
Weder Zeitplan noch Filter noch Foto-Wallpaper-Modus ersetzen etwas, das Gloomia bereits sonst macht. Die Unterstützung mehrerer Monitore, einschließlich einer gemeinsam eingestellten Szenenmitte bei Hintergründen, die eine solche besitzen, um den Fokuspunkt einer Szene über mehrere Displays hinweg gleich zu halten, funktioniert weiterhin genauso wie zuvor, und alle drei hier beschriebenen Funktionen setzen auf genau dieser Monitor-Einrichtung auf, statt sie zu überschreiben. Wer Gloomia über mehr als einen Monitor betreibt und diese Einrichtung noch nicht vorgenommen hat, findet im Beitrag zu Live-Hintergründen für mehrere Monitore die nötigen Schritte, um Hintergründe pro Bildschirm zuzuweisen.
Genauso ehrlich sollte man bleiben, wo etwas nicht bestätigt ist, statt es zu erraten. Ob Zeitplan, Filter und Foto-Wallpaper-Modus auf bestimmte Plattformen beschränkt sind, ähnlich wie der Windows-Bildschirmschoner-Modus oder das Sperrbildschirmbild, oder ob sie auf Windows, macOS und Linux identisch funktionieren, so wie der übrige Katalog, lässt sich an dieser Stelle nicht eindeutig beantworten, weil die verfügbaren Angaben das nicht festhalten. Wer wissen will, was zwischen den Plattformen tatsächlich bestätigt unterschiedlich läuft, findet das eher in den Beiträgen zu Gloomia auf dem Mac und zu Gloomia unter Linux, die konkret die bestätigten Unterschiede zwischen den drei Betriebssystemen auflisten, statt etwas für Zeitplan, Filter oder Foto-Wallpaper-Modus zu unterstellen, das nicht belegt ist.
Warum sich ein Blick auf diese drei Funktionen lohnt
Weder der Zeitplan noch Filter noch der Foto-Wallpaper-Modus sind der Grund, warum die meisten Menschen Gloomia zum ersten Mal installieren. Dieser Grund ist fast immer ein konkreter Hintergrund, den jemand irgendwo als Screenshot gesehen hat. Sobald die App aber installiert ist und ein Hintergrund bereits läuft, machen genau diese drei Funktionen den Unterschied zwischen einem Desktop, der zu jeder Tages- und Nachtstunde gleich aussieht, und einem, der sich tatsächlich anpasst, ob das nun bedeutet, Szenen nach einem Zeitplan zu wechseln, die Stimmung einer Szene mit einem Filter zu verändern, oder den ganzen Katalog durch eine Diashow der eigenen Fotos zu ersetzen, die sich bewegt wie eine Kamerafahrt über ein altes Bild. Sie sind leiser als der Hintergrund-Katalog, und es ist leicht, sie nie zu öffnen, aber sie sind auch nicht versteckt, sobald man weiß, wonach man suchen muss, und für viele Nutzerinnen und Nutzer wird genau diese Einstellung am Ende zu dem Punkt, an dem sich der restliche Katalog anfühlt, als wäre er tatsächlich für den eigenen Desktop eingerichtet worden, statt nur eingeschaltet.
Häufig gestellte Fragen
Was macht Gloomias Zeitplan-Funktion genau?
Der Zeitplan legt fest, welcher Hintergrund zu welcher Tageszeit läuft. Statt eines einzigen Hintergrunds rund um die Uhr wechselt der Desktop automatisch zwischen mehreren hinterlegten Szenen, ganz ohne dass dafür jedes Mal manuell umgeschaltet werden müsste.
Was verändern die visuellen Filter an einem Hintergrund?
Filter legen sich über einen bereits laufenden Hintergrund und verändern dessen Optik, ohne die Animation selbst zu ersetzen. Sie sind eine eigene Funktion, unabhängig vom Katalog, und lassen sich auf praktisch jeden Hintergrund anwenden.
Was ist der Foto-Wallpaper-Modus, und wie unterscheidet er sich vom animierten Katalog?
Der Foto-Wallpaper-Modus verwandelt eigene Fotos in eine ruhige Diashow im Ken-Burns-Stil, statt eine der von Gloomia gestalteten Szenen laufen zu lassen. Die Bilder stammen dabei aus Synology Photos oder von einer DLNA-Quelle im eigenen Netzwerk, nicht aus dem Hintergrund-Katalog.
Was ist der Ken-Burns-Effekt, und warum nutzt der Foto-Wallpaper-Modus ihn?
Der Ken-Burns-Effekt ist eine langsame Schwenk- und Zoom-Technik, benannt nach dem Dokumentarfilmer Ken Burns, die stehenden Fotos den Eindruck von Bewegung verleiht. Der Foto-Wallpaper-Modus wendet genau diese sanfte Bewegung auf die eigenen Fotos an, statt sie einfach unbewegt anzuzeigen und dann hart auszutauschen.
Was ist DLNA, und wieso ist es für den Foto-Wallpaper-Modus wichtig?
DLNA ist ein herstellerübergreifender Standard, ursprünglich von Sony und Intel entwickelt, mit dem Geräte im selben Heimnetzwerk Medien wie Fotos untereinander austauschen. Weil der Foto-Wallpaper-Modus DLNA unterstützt, kann er Bilder von jedem DLNA-fähigen Server im Netzwerk laden, nicht nur von Dateien, die lokal auf dem Gloomia-Rechner liegen.
Brauche ich ein Synology-NAS, um den Foto-Wallpaper-Modus zu nutzen?
Nein. Synology Photos ist eine von zwei bestätigten Quellen für den Foto-Wallpaper-Modus, neben DLNA. Wer die eigene Fotosammlung bereits auf einem Synology-NAS verwaltet, kann direkt darauf zugreifen, alle anderen erreichen ihre Bilder über einen beliebigen DLNA-fähigen Medienserver im Netzwerk.
Gilt die Szenenmitte-Einstellung für mehrere Monitore auch für Zeitplan und Filter?
Ja. Zeitplan und Filter arbeiten oberhalb des jeweils zugewiesenen Hintergrunds, sie ersetzen die Monitor-Einrichtung nicht, sondern übernehmen sie. Eine bereits eingestellte Szenenmitte für mehrere Bildschirme bleibt also erhalten, egal ob der Zeitplan gerade den Hintergrund wechselt oder ein Filter darüber liegt.
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